Niedersachsen
Vorstoß gegen Ausbeutung von Arbeitern aus Osteuropa
Niedersachen wagt einen Vorstoß zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von osteuropäischen Arbeitern. Ob Lohndumping und Ausbeutung dadurch komplett verhindert werden können, bleibt abzuwarten.
Mittwoch, 10.09.2014, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 10.09.2014, 17:59 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Niedersachsen geht gegen Lohndumping durch Werkverträge vor. Von Armutslöhnen sind vor allem Arbeiter aus Osteuropa in der Fleischbranche, aber auch im Baugewerbe sowie der Pflege- und der Logistikbranche betroffen. „Viele Menschen kommen mit sehr übertriebenen Erwartungen nach Deutschland und werden dann bitter enttäuscht“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag nach dem Besuch einer Beratungsstelle für Werkvertragsarbeiter in Hannover.
Zwar habe sich die Situation gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert. Aber immer noch gebe es zum Teil „Wildwest-Zustände“. Vielen Arbeitern werde von den Unternehmen Geld vorenthalten und sie verstünden die Arbeitsverträge nicht, weil sie kein Deutsch sprächen. Niedersachsen werde eine bundesweite Gesetzesinitiative zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen „kräftig unterstützen“, sagte Weil.
Nachdem im vergangenen Jahr zwei Werkvertragsarbeiter aus Rumänien im emsländischen Papenburg bei einem Brand in ihrer Unterkunft ums Leben gekommen waren, hatte das Land zwei Beratungsstellen in Oldenburg und Hannover gegründet. Mitarbeiterinnen berichteten, sie hätten seither rund 1.000 Arbeiter beraten. (epd/mig)
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