Medienkritik
Medien sollen Flüchtlinge nicht nur als Opfer darstellen
Die Representation von Flüchtlingen in den Medien ist in den meisten Fällen mit negativen Bildern behaftet. Krieg, Verfolgung, Leid. Daher ist es umso wichtiger, über postive Erfolgsgeschichten von Flüchtlingen zu berichten, fordert die Soziologin Marion Lillig.
Freitag, 28.11.2014, 7:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 30.11.2014, 20:04 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Die Soziologin Marion Lillig hat Journalisten aufgerufen, verstärkt über Erfolgsgeschichten von Flüchtlingen zu berichten. Medien könnten zeigen, was Flüchtlinge an Ideen, Fähigkeiten und Engagement in die Gesellschaft einbringen können, sagte die Migrationssoziologin am Mittwochabend bei einem Diskussionsabend im Grimme-Institut in Marl. Sie sprach sich dafür aus, Menschen, die wegen Krieg, Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen mussten, nicht nur als Opfer darzustellen. Sie seien vielmehr auch Nachbarn, Eltern, Familienmitglieder und Berufstätige, die ihr Leben aktiv gestalteten und eine Perspektive für die Zukunft hätten.
Schreckensbilder von Menschenmassen auf Booten und vor Stacheldrahtzäunen könnten statt Mitgefühl auch Abwehr, Angst und ein Gefühl von Bedrohung erzeugen, sagte Lillig. Die Soziologin betreut in einem Arbeitsmarkt-Integrationsprojekt im Kreis Recklinghausen rund 1.000 Flüchtlinge und Bleibeberechtigte. Sie war sich mit dem WDR-Journalisten Norbert Hahn aber einig, dass drastische Fluchtbilder in den Medien nicht gänzlich wegfallen könnten. „Sonst denken wir, es gäbe sie nicht“, sagte Hahn. Dabei gehe es nicht um Sensationsheischerei. Ziel sei, dem Problem ein Gesicht zu geben, zum Beispiel durch persönliche Geschichten von Betroffenen, erklärte der Journalist.
Die Diskussionsveranstaltung war Teil des 14. Abrahamsfests in Marl, das die christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit den Kirchen und Moscheen der Stadt, der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen und anderen Kooperationspartnern organisiert. (epd/mig)
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