Flüchtlingspolitik ad absurdum
Ruander erhalten Asyl in Großbritannien
Während die britische Regierung Asylsuchende in das vermeintlich sichere Ruanda abschieben will, erhalten Ruander Asyl in Großbritannien. Das Festhalten an den umstrittenen Plänen dürfte der konservativen Regierung von Premier Sunak nun noch schwerer fallen.
Montag, 29.01.2024, 12:17 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 29.01.2024, 12:20 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Die britische Regierung muss sich wegen ihres Vorhabens, Asylsuchende künftig ungeachtet ihrer Herkunft nach Ruanda abzugeben, neuen Fragen stellen. Wie der das britische Blatt „Observer“ am Sonntag unter Berufung auf Dokumente des Innenministeriums berichtete, erhielten in den vergangenen Monaten mehrere Oppositionelle aus dem ostafrikanischen Land wegen Verfolgung Asyl in Großbritannien zugesprochen.
Die konservative Regierung von Rishi Sunak will Ruanda aber derzeit per Gesetz zum sicheren Drittland erklären. Die Argumentation dafür dürfte ihr nun noch schwerer fallen, zumal das Vorhaben auch international stark in der Kritik steht.
Plan gerichtlich gestoppt: Ruanda nicht sicher
Die geplante Maßnahme soll nach Angaben der britischen Regierung Menschen von der Überfahrt über den Ärmelkanal abschrecken. Die Kampagne dazu läuft seit langem unter dem Slogan „Stop the Boats“. Sogenannte „irregulär“ eingereiste Menschen, gemeint sind Geflüchtete, die mangels legaler Fluchtwege ohne gültige Einreisedokumente die Grenze passieren, sollen künftig ohne Prüfung ihres Asylantrags nach Ruanda gebracht werden und stattdessen dort um Schutz ersuchen. Eine Rückkehr nach Großbritannien ist nicht vorgesehen.
Doch der Plan wurde vom obersten Gericht für rechtswidrig erklärt. Die Richter des Supreme Courts haben Bedenken hinsichtlich des Asylverfahrens in Ruanda. Es sei nicht auszuschließen, dass die Schutzsuchenden von dort wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben würden. Die Regierung will diese Bedenken per Gesetz als unbegründet erklären. An diesem Montag soll im Oberhaus in Zweiter Lesung über den Gesetzentwurf beraten werden. Um das Vorhaben umzusetzen, so hieß es in der Debatte bisher, sollten zur Not Menschenrechte ausgesetzt werden. (dpa/mig) Aktuell Ausland
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