
Amtliche Statistik
Mehr als jeder fünfte Einwohner Deutschlands ist eingewandert
Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat eine Migrationsbiografie – in mehreren Städten beträgt diese Quote sogar mehr als ein Drittel. Die meisten kommen aus Polen, der Türkei und Russland – und sind deutlich jünger.
Montag, 15.07.2024, 12:49 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 15.07.2024, 12:49 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Von den rund 82,7 Millionen Einwohnern Deutschlands ist nach jüngsten verfügbaren Daten annähernd jeder fünfte eingewandert. Am Stichtag 15. Mai 2022 lebten in Deutschland rund 15,6 Millionen Menschen, die eingewandert sind, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren rund 18,9 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Diese Zahl umfasst nicht die Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland als Kinder eingewanderter Eltern geboren sind. Inklusive dieser Nachkommen von Einwanderern hat mehr als ein Fünftel der Bevölkerung (18,1 Millionen oder 21,9 Prozent) eine Einwanderungsgeschichte.
Höchster Anteil in Offenbach, Pforzheim und Heilbronn
Die meisten Eingewanderten lebten den Angaben zufolge, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, in Offenbach (43 Prozent), wobei die häufigsten Geburtsländer die Türkei, Polen und Rumänien sind. In Pforzheim (39 Prozent), Heilbronn (37 Prozent), Frankfurt (36 Prozent) sowie Ingolstadt (33 Prozent) beträgt der Anteil der Eingewanderten mehr als ein Drittel. In Pforzheim wurden die meisten Eingewanderten in Russland geboren, während in Heilbronn und Frankfurt die meisten Menschen aus der Türkei kommen. In Ingolstadt kommen 17 % der Eingewanderten aus Rumänien.
In der Gesamtbetrachtung kamen die meisten Menschen, die bis Mitte Mai 2022 nach Deutschland zogen, aus Polen (12 Prozent), der Türkei (9 Prozent) und Russland (7 Prozent). Jeweils rund fünf Prozent der Eingewanderten waren Schutzsuchende auf der Flucht vor Krieg aus Syrien und der Ukraine.
Ausländer acht Jahre jünger
Das Geschlechterverhältnis unter Eingewanderten ist den Angaben zufolge nahezu ausgeglichen: 50,3 Prozent seien Frauen, 49,7 Prozent Männer gewesen. Von den 15,6 Millionen im Ausland geborenen Personen besaßen 40 Prozent die deutsche und 60 Prozent eine andere Staatsangehörigkeit.
Die nichtdeutsche Bevölkerung (10,9 Millionen Menschen) war nach den Ergebnissen des Zensus 2022 im Durchschnitt 37 Jahre alt, während die deutsche Bevölkerung (71,8 Millionen Menschen) durchschnittlich 45 Jahre alt war. Den höchsten Anteil von Eingewanderten haben die Städte Offenbach (43 Prozent), Pforzheim (39 Prozent), Heilbronn (37 Prozent), Frankfurt am Main (36 Prozent) und Ingolstadt (33 Prozent). (epd/mig) Aktuell Gesellschaft
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