
Schweinekopf gefunden
Brandanschlag auf Wohnhaus von Syrern in Brandenburg
Ein Brandsatz trifft ein von Syrern bewohntes Haus in Brandenburg, ein abgetrennter Schweinekopf liegt auf dem Zaun. Der Staatsschutz ermittelt in alle Richtungen – schließt auch eine Beziehungstat nicht aus. Der Vorfall wirft Fragen auf.
Dienstag, 25.03.2025, 13:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 25.03.2025, 17:29 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Am späten Sonntagabend ist ein Einfamilienhaus im brandenburgischen Ortsteil Tanneberg Ziel eines mutmaßlich rassistisch motivierten Angriffs geworden. Gegen 21:45 Uhr warfen bislang unbekannte Täter einen Brandsatz gegen die Fassade des Hauses in der Möllendorfer Straße. Der Brandsatz traf in der Nähe eines Fensters und beschädigte das Außenrollo erheblich. Das Feuer erlosch von selbst, Personen wurden nicht verletzt.
Am Tatort entdeckten Einsatzkräfte einen abgetrennten Wildschweinkopf, der auf dem Zaun des Vorgartens abgelegt worden war. In dem Haus wohnen nach Polizeiangaben mehrere syrische Staatsangehörige.
Trotz Schweinekopf – Beziehungstat?
Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei erklärte, dass auch eine Beziehungstat nicht ausgeschlossen werde. Indizien, die dafür sprechen, teilten die Ermittler nicht mit. Hinweise auf die Täter lagen ebenfalls nicht vor.
Die Kombination aus Brandsatz und einem auf dem Grundstück platzierten Schweinekopf deutet nach Einschätzung von Experten auf ein rassistisches oder islamfeindliches Motiv hin. In ähnlichen Fällen galt der Einsatz von Schweineköpfen in der Vergangenheit als gezielte Provokation gegen muslimische Bewohner. Reaktionen aus Politik oder Zivilgesellschaft gab es bislang nicht.
Anstiegs rassistisch motivierter Delikte in Brandenburg
Die Tat ereignete sich vor dem Hintergrund eines besorgniserregenden Anstiegs rassistisch motivierter Delikte in Brandenburg. Laut dem aktuellen Verfassungsschutzbericht hat sich die Zahl der registrierten Fälle im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit ausländischen Wurzeln, Geflüchtete sowie Unterkünfte für Asylsuchende.
Erst wenige Wochen zuvor war ein geplanter Sprengstoffanschlag auf eine Asylunterkunft durch einen Großeinsatz der Polizei verhindert worden. Ein Verdächtiger hatte in seiner Wohnung drei funktionsfähige Kugelbomben gebunkert – offenbar mit dem Ziel, diese gegen eine Geflüchtetenunterkunft einzusetzen. Der Mann war bereits zuvor wegen rechter Straftaten aufgefallen. (mig) Aktuell Panorama
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