MiGAZIN - Das Fachmagazin über Migration, Flucht und Rassismus
Hamburg: Asylbewerber warten fünf Monate auf Existenzminimum
Hamburg: Asylbewerber warten fünf Monate auf Existenzminimum
Wer in Hamburg einen neuen Antrag auf Asyl-Leistungen stellt, wartet im Schnitt 98 Arbeitstage auf einen Bescheid. Seit der Zentralisierung hat sich die Bearbeitungszeit mehr als verdoppelt – versprochen wurden Verfahrensbeschleunigung. Für Betroffene sind die Folgen existenziell.
Nebenan
Januar, Februar, Schmerz, April
Eimerchen, Schäufelchen, Empörung: Während Politik und Öffentlichkeit Kleinkriege aufführen, wächst die AfD. Die AfD muss ihre Themen kaum noch selbst setzen. Die Pointe ist bitter. Von Sven Bensmann
PISA-Ritual
Soziale Gerechtigkeit durch Bildung
Die PISA-Werte sinken, benachteiligte Jugendliche verlieren weiter an Boden. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Erkenntnisquelle zu wenig genutzt: das Klassenzimmer. Es ist Zeit für einen Kurswechsel. Von Lavdije Zidi
Fragile Zugehörigkeit
Für einen zweiten Tag der Deutschen Einheit
Ein deutscher Pass schafft einen rechtlichen Status. Doch wer als deutsch wahrgenommen wird, entscheidet sich oft im Alltag. Dort zeigt sich, wie brüchig das Versprechen gleicher Zugehörigkeit ist. Von Lea Gajić
Brief an die AfD
Deine Migrationspolitik führt zu Plan B
Wer Zugehörigkeit danach bemisst, wie verwertbar Menschen sind, landet bei einem Widerspruch. Dieser Brief an die AfD macht den Denkfehler sichtbar – und erklärt, warum ihre Politik keine Alternative ist. Von Elif Yakac
BGH setzt Grenzen
Mehrere Asylanträge reichen für Haft nicht aus

Ein Palästinenser sucht in Deutschland eine Polizeiwache auf und bittet um Asyl. Dann kommt er wegen angeblicher Fluchtgefahr in Haft. Drei Jahre später stellt der Bundesgerichtshof fest: Die Haft war rechtswidrig. Abschiebungshaft brauche mehr als bloße Vermutungen.
Staatsräson im Strafgesetzbuch?
Existenzrecht Israels: Streit um Hessens Gesetz gegen Leugnung

Hessen will eine aus seiner Sicht bestehende Lücke im Kampf gegen Antisemitismus schließen. Doch juristisch ist der Vorstoß umstritten: Die Bundesregierung hält die Konstruktion für verfassungsrechtlich riskant. Auch Rechtsexperten äußern Zweifel. Selbst der Zentralrat der Juden ist nicht überzeugt.
Frantz Celestin im Gespräch
IOM-Experte: „Klimawandel vertreibt die Menschen aus ihrer Heimat“

Extremwetter zerstört in Ost- und Südafrika zunehmend Lebensgrundlagen. IOM-Regionaldirektor Frantz Celestin beobachtet, dass klimabedingte Gefahren häufiger und heftiger auftreten. Im Gespräch kritisiert er gekürzte internationale Hilfen. Die Folgen kosteten viermal so viel als die Prävention. Von Gundula Haage
Dämpfer für „Return Hubs“
Albanien lehnt weitere Abschiebezentren für Geflüchtete ab

Mehrere EU-Staaten wollen bis Jahresende zu einer Vereinbarung mit Drittstaaten über Rückkehrzentren für abgelehnte Asylbewerber kommen. Jetzt winkt Albanien ab. Pläne für Afrika stehen massiv in der Kritik – hier wie da.
Zitat der Woche
„Das [Migranten] sind Menschen. Und wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln, auf menschliche Weise – und nicht schlechter als Haustiere, andere Tiere et cetera.“
„Koscher-Zertifikat“ für Rechte
Netanjahu warnt vor Antisemitismus – und hofiert Europas Rechtsaußen

Angesichts wachsender internationaler Kritik am Krieg im Gazastreifen sucht Israel zunehmend die Nähe zu Rechtsaußenparteien in Europa. Dabei werden auch Parteien zu politischen Gesprächspartnern, deren Geschichte durch Antisemitismus belastet ist. Eine Ausnahme bildet bislang die AfD in Deutschland. Von Shaun Tandon
30. Tag der offenen Moschee
700 Gemeinden werben für Begegnung und Zusammenhalt

Mehr als 700 Gemeinden zeigen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Muslimisches Leben gehört zu Deutschland. Der Tag der offenen Moschee setzt auf ein erstaunlich einfaches Mittel gegen Vorurteile: hineingehen, reden und begegnen. Allein in Köln folgten Tausende der Einladung. Von Ingo Lehnick

Blaulicht im September 2026
Kippa, Kopftuch und Hakenkreuze im Polizeiprotokoll

Ein Mann mit Kippa wird geschlagen und getreten, einer Frau das Kopftuch heruntergerissen, an einer Synagoge Feuer gelegt. Polizeimeldungen aus dem September zeigen rechte und menschenfeindliche Taten – und zugleich, wie viel im Dunkeln bleibt. Die MiGAZIN-Recherche für September 2026:
Martin Mavenjina im Gespräch
„Eine Form von Neokolonialismus“: Scharfe Kritik an EU-Return-Hubs

Um mehr Menschen abschieben zu können, treiben EU-Staaten Pläne für Abschiebezentren in ostafrikanischen Ländern voran. Wie kommt dieser Vorstoß eigentlich bei möglichen Partnerländern vor Ort an? Die Kenianische Menschenrechtskommission findet deutliche Worte. Von Marlene Brey
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TOP GELESEN
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- „Kahlschlag“ Ministerium will unabhängige Asylberatung stark kürzen
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- Deutliche Verschiebung EU-Pläne: Return-Hubs in Afrika und Abschiebungen…
- 25 Prüfungen, 25 Absagen Afghanen-Kurs unter Verdacht: Ignoriert Dobrindt Karlsruhe?
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Internationale Polizeiaktion
Ermittler nehmen Nazi-Musiknetzwerk ins Visier
Rechtsextreme Musik dient nicht nur der Unterhaltung der Szene. Sie kann Geld bringen, Kontakte festigen und neue Anhänger erreichen. Europaweite Durchsuchungen zeigen, wie sie im Fokus der Ermittler stehen. Thüringen bleibt das Schwerpunkt-Bundesland bei Konzerten der rechten Szene. Von Christopher Hirsch

Rias-Studie
Antisemitismus: Fokus auf Muslime trifft auf 1,8 Prozent
Islamistischer Antisemitismus sorgt seit Jahren für politische Aufmerksamkeit. Eine neue Rias-Auswertung zeigt: von mehr als 31.000 dokumentierten antisemitischen Vorfällen lediglich 1,8 Prozent einem islamistischen Hintergrund zugeordnet. Rias spricht von einem „vergleichsweise geringen“ Anteil.

25 Prüfungen, 25 Absagen
Afghanen-Kurs unter Verdacht: Ignoriert Dobrindt Karlsruhe?
Obwohl das Bundesverfassungsgericht klare Vorgaben macht, bleibt Afghanen von der sogenannten Menschenrechtsliste die Einreise bisher verwehrt. Juristen und Menschenrechtsorganisationen bezweifeln, dass die Bundesregierung die verlangte Einzelfallprüfung tatsächlich ergebnisoffen vornimmt.

Return Hubs
EU beschließt Abschiebezentren außerhalb Europas
Was lange diskutiert und vorbereitet wurde, ist nun beschlossen: Die EU schafft die rechtliche Grundlage für sogenannte „Return Hubs“ in Drittstaaten. Deutschland gehört zu den treibenden Kräften. Menschenrechtsorganisationen warnen vor schweren Folgen. Derweil arbeitet die EU bereits an weiteren Verschärfungen.

Religionsmonitor
Deutschland weniger gespalten, als Debatten vermuten lassen
Der Religionsmonitor stellt das Bild einer polarisierten Gesellschaft infrage. Im persönlichen Umfeld erlebten viele Menschen den Zusammenhalt viel stabiler. Gerade die starke politische und mediale Aufmerksamkeit für Migration lasse Konflikte größer erscheinen.

NRW-Studie
Einwanderer häufiger erwerbstätig als Menschen ohne Migrationserfahrung
Migranten sind in Nordrhein-Westfalen häufiger erwerbstätig als Menschen ohne Migrationserfahrung - obwohl ihre Qualifikationen deutlich seltener zum Einsatz kommen und jeder Fünfte von Benachteiligung im Alltag berichtet. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Ärmelkanal
Frankreich beendet Migrationsdeal mit London – EU soll übernehmen
Gut ein Jahr lang schickte Großbritannien Bootsflüchtlinge nach Frankreich zurück und nahm im Gegenzug Schutzsuchende auf legalem Weg auf. Nun endet das umstrittene Experiment. Paris drängt auf eine europäische Lösung. Menschenrechtsorganisationen warnen, das umstrittene Modell auf die EU auszuweiten.

Supreme Court
USA dürfen Menschen wieder in Drittstaaten abschieben – vorerst
Das Oberste US-Gericht erlaubt der Trump-Regierung wieder, Menschen in Drittstaaten abzuschieben. Endgültig entschieden ist der Rechtsstreit noch nicht. Europa arbeitet derweil an eigenen Drittstaaten-Modellen.

Arbeitsmarkt-Studie
Vergeudete Potenziale: Zugewanderte arbeiten unter Niveau
Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von Katrin Nordwald

Bildungsmigration
Forscher: Auszubildende aus dem Ausland landen oft in Schuldenfalle
Deutschland will für Fachkräfte, Studierende und Auszubildende aus Drittstaaten attraktiver werden. Der SVR sieht jedoch Risiken: Vereinfachte Zugänge könnten zweckwidrig genutzt werden und junge Menschen in prekäre Lebenslagen bringen.

Zeitdokumente
Erste Briefe nach dem Holocaust erzählen vom Überleben
Eine neue Sammlung von Yad Vashem versammelt frühe Briefe jüdischer Überlebender nach 1945. Sie erzählen von Befreiung, Trauer, familiärem Verlust, seelischer Leere und der schwierigen Frage, ob und wo ein neues Leben beginnen konnte. Von Verena Schmitt-Roschmann

Postmigrantische Weltstadt
Frankfurt: Multiversum hinter der Skyline
Zwischen Bankentürmen, Museen, Kliniken und Parks verdichten sich am Fluss die unterschiedlichen Lebenswelten Frankfurts. Das Ufer erzählt von Migration und Stadtgeschichte ebenso wie von sozialer Ungleichheit, Kultur und globaler Wirtschaft. Von Dr. Homayun Alam
MiGNETIQUETTE
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