Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes registrierte 2025 insgesamt 13.067 Beratungsfälle, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders häufig geht es um Rassismus, Behinderung, Religion und Benachteiligung im Arbeitsumfeld. Von Verena Schmitt-Roschmann
Die AfD Niedersachsen darf vorerst schärfer vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Das Gericht verweist auf rassistische Begriffe wie „Umvolkung“ und „Bevölkerungsaustausch“ sowie auf Positionen, die Zugewanderte und Muslime nicht gleichberechtigt anerkennen.
Dutzende Polizeimeldungen im Mai zeigen erneut rechte, rassistische und antisemitische Tatmuster im Alltag: Kinder werden im Bus geschlagen, Menschen auf offener Straße angegriffen, Schulwände und Gedenksteine beschmiert. Das Lagebild vom Blaulicht-Reporter der MiGAZIN-Redaktion für Mai 2026.
Eine Feuerwerksbatterie flog in Gehren in das Zimmer einer geflüchteten Familie, auf Videos sind rassistische Parolen zu hören. Die Angeklagten der rassistisch motivierten Tat könnten trotzdem mit milden Strafen davonkommen – kein Einzelfall und ein Justizproblem.
In Sachsen-Anhalt haben Beratungsstellen 2025 insgesamt 322 Diskriminierungsfälle registriert, rund 50 mehr als im Vorjahr. Besonders häufig ging es um rassistische Zuschreibungen – für Migranten wird das Bleiben zunehmend zur Frage.
Wie weit Rassismus im Alltag gehen kann, zeigt ein Fall aus Berlin: Dort hat eine 63-Jährige einen Handwerker mit Schwarzer Hautfarbe rassistisch beschimpft, in der Wohnung eingeschlossen und bedroht – auch in Anwesenheit der Polizei.
Dritte Klasse. Musikunterricht. Es ertönt Peer Gynt – koloniale Bilder: exotisierte Frauen und weiße Welteroberer. Kulturelle Bildung gelingt erst, wenn Kinder solche Werke nicht nur hören, sondern auch kritisch lesen lernen. Von Roman Lietz
In einem Regionalzug in Brandenburg bleidigt ein Mann zwei Frauen mit Kopftuch rassistisch – sie „sollen nach Auschwitz“. Eine Frau zeigt Zivilcourage und will die Polizei rufen lassen. Die Zugbegleiterin weigert sich – das könne jetzt mindestens eine Stunde dauern. Von Wilhelm Pischke und Monika Wendel
In Berlin sind im vergangenen Jahr erheblich mehr rassistische und rechtsextreme Angriffe sowie Bedrohungen und Propagandaaktionen registriert worden: insgesamt 8.286. Das ist ein neuer Höchststand und ein Anstieg von 7,3 Prozent gegenüber 2024.
Dalyan Unland machte ein Abitur mit 0,7 – und wurde im Netz rassistisch und sexistisch beleidigt. Der Fall zeigt, wie wenig Leistung zählt, wenn Menschen auf Namen, Herkunftszuschreibungen und Vorurteile reduziert werden. Der junge Mann aus Niedersachsen setzt aber ein Zeichen. Von Elmar Stephan