Nach den jüngsten AfD-Wahlerfolgen verlangen Migranten- und Minderheitenverbände verlässlicheren Schutz. Die BKMO bringt Umzugshilfen und Länderwechsel ins Spiel. Ataman und Knobloch drängen auf ein Verbotsverfahren.
2015 meldeten sich vielerorts Dutzende Menschen, um Geflüchtete zu unterstützen. Heute sitzen in manchen Asylkreisen nur noch wenige am Tisch. Geblieben sind komplizierte Fälle, Behördenprobleme und die Frage, wie lange die Verbliebenen noch durchhalten. Von Pat Christ
Menschen mit Migrationserfahrung fürchten sich nach den Wahlergebnissen für die AfD um ihre Sicherheit – Hotspots sind Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Besonders problematisch sind Wohnsitzauflagen für Geflüchtete. Eine Mehrheit der befragten Wahlberechtigten kann diese Sorgen nachvollziehen.
Sie arbeiteten unter Tage, in Fabriken und an Förderbändern und schufen Wohlstand mit. Anerkennung erhielten viele lange kaum. 65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen erinnert Nordrhein-Westfalen an ihre Lebensleistung – und an fortbestehende Ausgrenzung.
Von Hamburg bis München demonstrierten Zehntausende gegen Rechtsextremismus und die AfD. Damit rückt auch ein mögliches Verbotsverfahren wieder in den Mittelpunkt – unterstützt unter anderem vom Institut für Menschenrechte.
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt löst bundesweite Mobilisierung aus. Zehntausende sollen am Wochenende demonstrieren. Aktivisten sprechen vom „Ernstfall“ und fordern eine entschlossene Antwort der demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft. Von Thomas Nawrath
Menschen mit Migrationsgeschichte und andere Minderheiten fürchten nach dem Wahlergebnis um ihre Sicherheit und Zugehörigkeit. Beratungsstellen und Verbände verlangen Schutzgarantien, verlässliche Förderung und eine klare Abgrenzung der demokratischen Parteien von der AfD.
Eine mögliche AfD-Regierung alarmiert bundesweit mehr als jeden Zweiten. In Sachsen-Anhalt selbst liegt die Partei dennoch vorn. Marianne Birthler hält wenig von einfachen Erklärungen und warnt vor Pauschalurteilen über den Osten. Von Karsten Frerichs
Rund 1,1 Millionen Schüler in NRW haben Migrationserfahrung. Ihr Anteil liegt inzwischen bei 44,6 Prozent und ist damit gegenüber dem vorherigen Schuljahr erneut leicht gestiegen. Zwischen Coesfeld und Gelsenkirchen liegen allerdings fast 40 Prozentpunkte.
Immer weniger Migranten fühlen sich von deutschen Parteien angesprochen und repräsentiert. Besonders ausgeprägt ist das bei Wahlberechtigten mit familiären Wurzeln in der Türkei, Nahost, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Von Anne-Béatrice Clasmann