Ein 23-jähriges CDU-Mitglied aus Krefeld fantasiert in einem Video über Gewalt gegen Muslime. Staatsanwaltschaft und Staatsschutz prüfen Volksverhetzung, die Partei leitet ein Ausschlussverfahren ein. In sozialen Medien wird der Umgang etablierter Parteien mit Rassismus hinterfragt.
In Buchenwald ließen die Nazis Häftlinge Fußball spielen und nutzten den Sportplatz als Kulisse vermeintlicher Normalität. Eine Online-Ausstellung erinnert an jüdische Spieler, verfolgte Profis und die tödliche Realität hinter der Inszenierung. Von Matthias Thüsing
„Keine Juden erlaubt“ schrieb ein Hotel in Lam einem Mann aus Israel auf seine Buchungsfrage. Generalkonsulin, Zentralrat und Auschwitz Komitee reagieren entsetzt; das Hotel entschuldigt sich. Die Formulierung ruft Erinnerungen an nationalsozialistische Ausgrenzung wach. Von Cordula Dieckmann, Irena Güttel und Cindy Riechau
68 Prozent der jüdischen Gemeinden nehmen Deutschland als unsicherer wahr. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor. Der bitterste Befund liegt im Alltag: Wer Davidstern oder Kippa verbirgt, schafft sich Schutz durch Unsichtbarkeit.
Wegen antijüdischer Beleidigung durch ein Kunstwerk bei der documenta 15 in Kassel hatte eine Frau aus Niedersachsen auf ein Schmerzensgeld von 1.500 Euro geklagt. Vor Gericht kam es zu keiner Einigung. Die Entscheidung soll am 15. April fallen.
Steuerliche Diskriminierung, hohe Sonderabgaben und andere Repressalien – Juden, Sinti und Roma und andere Minderheiten wurden im Nationalsozialismus auch von Finanzbehörden verfolgt. Die Entrechteten waren Ziel einer regelrechten Ausplünderung.
80 Jahre ist die Stuttgarter Schulderklärung alt. Protestanten bekannten sich darin zur kirchlichen Mitverantwortung für NS-Verbrechen. Historiker kritisieren „Leerstellen“ in dem Dokument – denn der Massenmord an den Juden wurde verschwiegen. Von Marcus Mockler
Zwei Jahre hieß es auch in Deutschland: Bist du für Israel oder für Palästina? Nun ist der Krieg hoffentlich zu Ende, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man wieder miteinander redet. Jüdische und palästinensische Stimmen berichten von Angst, Enttäuschung und dem Verlust von Vertrauen. Von Christoph Driessen
Die Folgen des 7. Oktober 2023 prägen den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland. Betroffene berichten über mangelndes Mitgefühl, Diskriminierung – und ein Dilemma.
Die menschenverachtenden Nürnberger Gesetze bildeten die juristische Legitimation für Entrechtung, Ausgrenzung und Verfolgung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland: von Heiratsverbot bis Haustierverbot – erlassen wurden sie vor 90 Jahren. Von Jutta Olschewski