Von Polen über Südkorea bis Namibia verfolgen Medien die Landtagswahl mit großer Aufmerksamkeit. Die AfD-Stärke gilt vielerorts als Signal, das weit über Sachsen-Anhalt hinausweist – mit möglichen Folgen für Deutschland und Europa.
Der Literaturwissenschaftler Bertin Nyemb kritisiert im Gespräch einseitige Darstellungen afrikanischer Lebenswelten. In Karlsruhe zeigt er Lehramtsstudierenden, wie Kinderbücher koloniale Vorstellungen fortschreiben – und wie vielfältigere, gegenwärtige Perspektiven aussehen könnten. Von Leonie Mielke
Eine Ehe aus der deutschen Kolonialzeit in Togo wirkt bis heute nach. Weil Gerichte die damalige Verbindung nicht anerkannten, verloren die Familien ihre deutschen Papiere – und sollten Deutschland verlassen. Nach öffentlichem Wirbel ist das abgewendet.
Drei Frauen und fünf Kinder aus Togo kamen mit deutschen Pässen nach Siegen, dann zog die Stadt ihre Papiere ein. Hintergrund ist eine Ehe von 1908 in der deutschen Kolonie Togo, die hiesige Gerichte nicht anerkennen. Von Yuriko Wahl-Immel
Dritte Klasse. Musikunterricht. Es ertönt Peer Gynt – koloniale Bilder: exotisierte Frauen und weiße Welteroberer. Kulturelle Bildung gelingt erst, wenn Kinder solche Werke nicht nur hören, sondern auch kritisch lesen lernen. Von Roman Lietz
Ein Bischof aus Sierra Leone rechnet mit der deutschen Kirche ab: Priester, die Kinder sexuell missbraucht hatten, seien ins Ausland versetzt worden, Kirchen in Afrika wie eine „Müllhalde“ behandelt worden – durch die Ausnutzung der finanziellen Abhängigkeit. Er fordert Entschuldigung und Konsequenzen.
In München wurde eine koloniale Weltsicht nicht nur ausgesprochen, sondern beklatscht – und damit offengelegt, wer im Westen als Teil des „Wir“ gilt und wer nicht. Was München 2026 über Macht und Zugehörigkeit verriet. Von Deborah Wolf
Der bequeme Strom aus der Steckdose hat seinen Preis: Der Rohstoff für die Energie stammt nicht selten aus Afrika. Seit den 1930 werden Menschen und Länder ausgebeutet. Im neuen Uranatlas stehen Ausbeutung und Endlagerung im Fokus.
Fast jeder trinkt ihn, aber über den Anbau von Kaffee denken wohl nur die wenigsten nach. Eine Rösterei und ein Importeur zeigen, wie direkte Handelsbeziehungen einen Gewinn für Produzenten und Qualität bedeuten können. Von Luka Spahr
Mehr als ein Jahrhundert nach dem Völkermord an den Herero und Nama wartet Namibia noch immer auf echte Wiedergutmachung. Amnesty wirft Deutschland vor, Verantwortung zu vermeiden – und alte Machtverhältnisse unter neuem Namen fortzuschreiben.