Lange prägten koloniale Stereotype das westliche Bild ostasiatischer Männer. Heute feiern Millionen Fans K-Pop-Idole als Schönheitsideale. Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha erklärt im Gespräch, warum dieser Wandel bedeutsam ist, aber Rassismus nicht automatisch überwindet. Von Vit Lê
Um mehr Menschen abschieben zu können, treiben EU-Staaten Pläne für Abschiebezentren in ostafrikanischen Ländern voran. Wie kommt dieser Vorstoß eigentlich bei möglichen Partnerländern vor Ort an? Die Kenianische Menschenrechtskommission findet deutliche Worte. Von Marlene Brey
Ein deutscher Pass schafft einen rechtlichen Status. Doch wer als deutsch wahrgenommen wird, entscheidet sich oft im Alltag. Dort zeigt sich, wie brüchig das Versprechen gleicher Zugehörigkeit ist. Von Lea Gajić
Von Polen über Südkorea bis Namibia verfolgen Medien die Landtagswahl mit großer Aufmerksamkeit. Die AfD-Stärke gilt vielerorts als Signal, das weit über Sachsen-Anhalt hinausweist – mit möglichen Folgen für Deutschland und Europa.
Der Literaturwissenschaftler Bertin Nyemb kritisiert im Gespräch einseitige Darstellungen afrikanischer Lebenswelten. In Karlsruhe zeigt er Lehramtsstudierenden, wie Kinderbücher koloniale Vorstellungen fortschreiben – und wie vielfältigere, gegenwärtige Perspektiven aussehen könnten. Von Leonie Mielke
Eine Ehe aus der deutschen Kolonialzeit in Togo wirkt bis heute nach. Weil Gerichte die damalige Verbindung nicht anerkannten, verloren die Familien ihre deutschen Papiere – und sollten Deutschland verlassen. Nach öffentlichem Wirbel ist das abgewendet.
Drei Frauen und fünf Kinder aus Togo kamen mit deutschen Pässen nach Siegen, dann zog die Stadt ihre Papiere ein. Hintergrund ist eine Ehe von 1908 in der deutschen Kolonie Togo, die hiesige Gerichte nicht anerkennen. Von Yuriko Wahl-Immel
Dritte Klasse. Musikunterricht. Es ertönt Peer Gynt – koloniale Bilder: exotisierte Frauen und weiße Welteroberer. Kulturelle Bildung gelingt erst, wenn Kinder solche Werke nicht nur hören, sondern auch kritisch lesen lernen. Von Roman Lietz
Ein Bischof aus Sierra Leone rechnet mit der deutschen Kirche ab: Priester, die Kinder sexuell missbraucht hatten, seien ins Ausland versetzt worden, Kirchen in Afrika wie eine „Müllhalde“ behandelt worden – durch die Ausnutzung der finanziellen Abhängigkeit. Er fordert Entschuldigung und Konsequenzen.
In München wurde eine koloniale Weltsicht nicht nur ausgesprochen, sondern beklatscht – und damit offengelegt, wer im Westen als Teil des „Wir“ gilt und wer nicht. Was München 2026 über Macht und Zugehörigkeit verriet. Von Deborah Wolf