Offener Brief
Wir sind keine Schlitzaugen
18.02.2014
Im Rahmen der Ausstellung „I love NK“ hat sich der Berliner Theaterhaus Heimathafen Neukölln ein Fauxpass erlaubt. Trotz zahlreichen Beschwerden wurde ein für asiatische Menschen unzweifelhaft verletzendes Bild gezeigt. Auf dem Foto war eine blonde weiße Frau zu sehen, die mit ihren Fingern ihre Augen zu „Schlitzen“ hochzieht. In einem offenen Brief fordern zahlreiche Unterzeichner nun eine offizielle Entschuldigung.
Interview mit Peter Rosenthal
„Migranten sind eine der größten Nationen in Europa“
13.02.2014
Neukölln ist überall. Castrop-Rauxel ist aber auch überall. Das sagt Peter Rosenthal. Er findet Vorurteile nicht schlimm. Die Frage ist nur, was wir daraus machen. Von Ananda Rani Bräunig
Interview mit Klaus Jünschke
„Arme Menschen werden kriminalisiert – egal, welcher Herkunft.“
31.01.2014
Hat Deutschland ein Integrationsproblem? Für Klaus Jünschke ist diese Debatte ein Ablenkungsmanöver: von Machtunterschieden und der Angst vor sozialem Abstieg. Im Grunde, so seine These, geht es um arme und reiche Menschen. Von Ananda Rani Bräunig
Subtiler Rassismus in Lehrbüchern?
„Das mit den Männern und Frauen bei euch finde ich sowieso doof“
28.01.2014
Zwar ist der Streit um das N-Wort in Kinderbüchern nahezu aus der breiten Öffentlichkeit verschwunden, doch es bahnt sich etwas Ähnliches an. Ein Lehrbuch zeigt, dass Schülern abwertende Vorurteile gegenüber anderen Kulturen nähergebracht werden. Der Frage, weshalb Menschen überhaupt vermeintlich andere Gruppen mit negativen Zuschreibungen kennzeichnen, ging das MiGAZIN nach und fand eine erste Antwort. Von Hakan Demir
Vom Antisemitismus ohne Antisemiten
„Ich mag dich, auch wenn du Jüdin bist“
18.11.2013
Zwei Studien belegen, dass antisemitische Einstellungen bei mehr als einem Viertel der Bevölkerung in Deutschland vorhanden sind. Die öffentlich geführten Antisemitismusdebatten konzentrieren sich fälschlicherweise auf rechtsmotivierte Handlungen und Gewalttaten oder entladen sich als empörte Schuldzuweisungen gegenüber Einzelpersonen, ohne den alltäglich anzutreffenden, unterschwelligen Antisemitismus als ein gesellschaftsimmanentes Kernproblem europäischer Mittelschichten zu erkennen. Von K G
Vorurteile
Der ewige Kampf
29.10.2013
Wir wissen alle, dass der Mensch immer das Unbekannte diskriminiert. Aber haben wir uns je gefragt, was das Unbekannte ist oder wer die Unbekannten sind, dass sie in vorherigen Jahrhunderten nicht akzeptiert, unterdrückt, öffentlich erniedrigt, ausgegrenzt und exekutiert wurden? Von Deniz Ismaili
Interview mit Orhan Jasarovski
Rom-Role-Model
22.10.2013
Bildungsfern? Orhan Jasarovski und seine Familie strafen das verbreitete Klischee über Roma deutlich Lügen. Orhans mazedonische Eltern, die während des Jugoslawienkriegs nach Deutschland geflüchtet waren, meldeten ihn gleich nach ihrer Ankunft in der Grundschule in Düsseldorf-Meerbusch an – obwohl die Schulpflicht damals, 1991, für Flüchtlinge und Asylsuchende noch nicht galt. „Vielfalt“ sprach mit dem heute 33-Jährigen über seine Bildungskarriere: Von Ariane Dettloff
Brückenbauer
Von Mücken, Burkinis und Elefanten im Schwimmbad
16.09.2013
Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hält Roman Lietz zwar für einen weisen Kompromiss. Die Art und Weise, wie es medial aufbereitet wird, suggeriere jedoch wieder einmal das übliche Bild der integrationsunwilligen Muslima. Von Roman Lietz
Vergabepraxis von Ausbildungsplätzen
Jeder dritte Arbeitgeber lehnt Frauen mit Kopftuch ab
15.08.2013
Dass Frauen mit Kopftuch es schwer haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, war bekannt. Dass diesen Frauen aber mehr als jeder dritte Betrieb verschlossen bleibt ist neu und geht aus einer aktuellen Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg hervor.
Glosse
Einen Dicken schieben
08.07.2013
Kennen Sie den Ausdruck „einen Dicken schieben“? Meines Wissens handelt es sich hierbei um keine standardsprachliche Redewendung. Ganz sicher bin ich da aber nicht. Da ich viel mit Jugendlichen, Migranten und Randexistenzen aller Art zu tun habe, komme ich manchmal etwas durcheinander. Wie auch immer. Von Anja Hilscher